
Autor pluma aurea erzählt von seinem Autorendasein
Man kann, glaub ich, recht gut erkennen, dass „pluma aurea“ ein Pseudonym ist: Würden Sie uns verraten, wieso Sie diesen außergewöhnlichen Namen gewählt haben und was er bedeutet?
Der Grund, weshalb ich dieses Pseudonym gewählt habe, ist eigentlich einfach: Er klingt gut.
Dadurch, dass meine Mutter in ihrem Beruf (Landschaftsgärtnerin) auch Latein hat, konnte sie mir in meiner Ausbildung mit einigen Begriffen und Hilfestellungen unter die Arme greifen. Was mich jedoch an dieser angeblich „toten“ Sprache fasziniert hat, ist, dass diese Sprache doch viele Arbeitsgruppen nutzen: Seien es Ärzte, Archäologen, Richter bzw. Leute, die was mit Jura zu tun haben, um nur ein paar zu nennen.
Des Weiteren wollte ich für mein Pseudonym etwas, das einprägsam und doch leicht auszusprechen ist. Da kam ich dann wieder auf die Sprache Latein, denn mir gefiel der Gedanke, dass man etwas rätseln muss, bis man die Bedeutung herausfindet. Bringt man zwei Wörter zusammen, kann sich die Bedeutung ändern, sprich man kann es nicht Wort für Wort übersetzen, sondern man muss den Zusammenhang erkennen.
Der Name setzt sich nämlich aus den zwei lateinischen Wörtern zusammen: „pluma“, was so viel bedeutet wie „Feder“, und „aurea“, was übersetzt „die aus Gold Gemachte“ bedeutet. „aurea“ ist in dem Fall eine abgewandelte Form des eigentlichen Grundworts „aurum“, was auf Deutsch „Gold“ bedeutet.
Ein weiterer Grund, warum ich überhaupt ein Pseudonym verwende, ist, dass ich von Anfang an zu mir gesagt habe, wenn ich ein Buch schreibe, dann mach ich es auch richtig. Was für mich auch bedeutet hat, dass ich mir ein Pseudonym kreiere.
Wir haben uns auf der Buchmesse getroffen und dort erzählten Sie mir, dass Ihr Buch eher aus Trotz als aus schriftstellerischem Drang entstanden ist: Möchten Sie uns das einmal genauer erklären?
Der Moment, der alles ins Rollen gebracht hat, müsste so Mitte der Hauptschulzeit gewesen sein.
Wie so oft haben wir ein neues Buch für den Deutschunterricht bekommen und sollten es lesen. An den Titel oder Inhalt kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich hab mir lediglich behalten, dass ich schon in den ersten Kapiteln eingeschlafen bin, weil es so spannend geschrieben war. Und dass mein Klassenvorstand (zu der Zeit auch mein damaliger Deutschlehrer) in überschwänglichen Tönen von dem Autor geschwärmt hat.
Irgendwann war ich so genervt, das Buch zu lesen, dass ich mich etwas bei meiner Mutter ausgelassen habe: wie schlecht das Buch ist, sprich keine interessanten Handlungen oder Geschichte im Allgemeinen.
Als ich dann immer wieder angefangen habe, Autor und Geschichte niederzureden, wurde es ihr verständlicherweise zu viel. Sie meinte dann zu mir: „Mach das Buch und den Autor nicht schlecht. … Wenn du es schon so schlecht findest, dann mach’s besser und schreib selbst ein Buch. Das ist nicht so einfach, wie es aussieht, weil da eine Unmenge an Arbeit drinsteckt.“
Diese, ich nenn sie mal kleine „Diskussion“, war es eigentlich, die mich dazu verleitet hat, eine Geschichte zu schreiben, die eine interessante Handlung und spannende Atmosphäre hat. Im Endeffekt alles das, was zu diesem Zeitpunkt das Buch von unserem Deutschunterricht nicht hatte.
Eine Geschichte aufzuschreiben, ist die eine Sache, den Mut zu haben und sie anderen Menschen zu zeigen, ist eine ganz andere: War es für Sie eine Überwindung, Ihrem Umfeld davon zu erzählen und den Text zum Lesen herauszugeben, und wer war die erste Person, die ihn lesen durfte?
Bis auf meine Eltern hat es anfangs niemand gewusst. Meiner Mutter habe ich immer mal wieder ein paar Rohfassungen gegeben, aber auch mein Vater hatte gute Ideen, die mit in die Geschichte eingeflossen sind. Als das Buch fertig gedruckt war, war sie auch die Erste, die es gelesen hat.
Dass ich meinem Umfeld davon erzählt habe, war schon ein großer Schritt. Ich habe es diesbezüglich langsam angehen lassen und Stück für Stück davon erzählt. Bis ich dann sicher genug war und auch Freunde und Bekannte eingeweiht habe. Die Resonanz war durchweg positiv und erstaunt.
Wieso wollten Sie Ihre Geschichte dann auch veröffentlichen?
Wegen dem kleinen „Disput“ mit meiner Mutter war es für mich irgendwo klar, dass ich mein Buch drucken werde. Da für mich feststand, wenn ich ein Buch schreibe, dann mache ich alles, was dazugehört. Was auch bedeutet hat, dass ich es veröffentliche.
Es ist ja gar nicht so einfach, sich in der Welt der Verlage und Veröffentlichungsmöglichkeiten zurechtzufinden. Wie sind Sie vorgegangen und haben Sie vielleicht für andere NeuautorInnen Tipps, was man beachten sollte, wenn man mit dem Gedanken spielt, ein Buch zu veröffentlichen?
Ich würde Neuautoren raten, lasst euch Zeit mit der Auswahl eines Verlags. Holt euch so viele Informationen und vergleicht die Verlage gut.
Wenn ich mich in diese Lage zurückversetze, waren mir drei Dinge wichtig: Verständlichkeit des Vertrags, Auftreten des Verlags und dass ich so gut wie alle Rechte an meinem Werk behalte.
Letzteres ist mir mit am wichtigsten. Um hier so offen zu sein, es gab Angebote von Verlagen, wo ich jegliches Recht an meinem geistigen Eigentum hätte abtreten müssen. Des Weiteren hätte ich nicht mitentscheiden dürfen, wenn zum Beispiel mein Buch übersetzt wird oder es als Basis für einen Animationsfilm dient.
Ums verständlicher zu sagen: Sollte der Verlag jedes Recht an meiner Geschichte haben, dann kann dieser zum Beispiel mit einem Animationsstudio Entscheidungen treffen, die nichts mehr mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben. Sei es einen Charakter anders zu schreiben oder eine Szene im Buch komplett rauszuschneiden und durch etwas völlig anderes zu ersetzen.
Und überlegt, wo ihr mit euch und euren Büchern hinwollt. Wird es ein Buch, oder soll es ein Mehrteiler werden? Wollt ihr vielleicht auch andere Genres schreiben, oder sagt ihr, ihr bleibt in einem Genre? Schreibt ihr einfach nur für euch, oder wollt ihr für eine bestimmte Altersgruppe schreiben?
Wenn Sie auf den Veröffentlichungsprozess zurückschauen, was war das Komplizierteste an der ganzen Sache?
Das Schwierigste für mich war definitiv, dass ich meine Geschichte nicht noch zum fünften Mal durchlese, bevor sie zum Verlag geht. Dass der Schritt hin zu einem gedruckten Buch groß ist, kann ich selbst bestätigen. Aber haltet euch nicht zu lang an Kleinigkeiten auf. Spart euch die Zeit und Kopfschmerzen und versucht es nicht perfektionistisch zu machen. Es ist das erste Buch, das darf ruhig ein paar Schreibfehler oder Handlungslücken haben. Versucht euch hierbei nicht selbst im Weg zu stehen. Ich weiß, man will es perfekt machen, aber der Teufel steckt im Detail. Egal, wie oft man sein Manuskript durchliest, es wird immer etwas geben, das man bei erneutem Lesen noch besser machen kann. Darum glaubt mir, wenn ich sage, lasst diese kleinen Schönheitsfehler drin. Je mehr Bücher oder Geschichten man schreibt, umso weniger werden diese von sich aus.
Was dürfen Ihre LeserInnen als Nächstes von Ihnen erwarten? Wird „Mewofuka“ fortgesetzt und geben Sie uns schon einen kleinen Appetizer mit auf den Weg?
Von mir selbst erwarte ich, dass es noch andere Bücher geben wird. Die auch in ein anderes Genre abtauchen werden und hoffentlich genauso ihre Leserschaft finden. Wer weiß, vielleicht ist in eine andere Richtung schon etwas in Arbeit.
Wird Mewofuka fortgesetzt? Ein eindeutiges „JA!“. Diese Geschichte wird mit zwei weiteren Büchern vervollständigt. Ich freue mich schon zu sagen, dass das zweite Buch in Arbeit ist. Es wird dort weitergehen, wo es aufgehört hat, und vergrößert die bisher schon existierende Welt, mit weiteren Geheimnissen, Mythen und Intrigen. Aber keine Sorge, die Action wird nicht zu kurz kommen, so viel sei schon gesagt.
Wir sind gespannt!
Das Buch
